Kriegsmütter, ihre Kinder, Enkel und Urenkel

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Ich gehöre zur nächsten Generation und war 1968 gerade einmal 10 Jahre alt. Das aber hielt mich nicht davon ab, dem Trend, Sex, Drugs and Rock’n’roll zu folgen. Es war meine kleine Auszeit von zu Hause, von den belastenden Kämpfen und ich benutzte die medial verbreitete Parole: Freiheit für die Frau, mach was Du willst mit deinem Körper und geniesse hemmungslos. Ich sage an dieser Stelle nur, von «geniessen» war selten die Rede, Drogen erschufen für den Moment eine andere Realität aber ich fiel wie alle, immer wieder zurück in die «alte Welt» bzw. den Alltag. Aber, auch wir haben gelernt, wie unsere Mütter und Grossmütter, darüber zu schweigen. Vieles davon schön zu reden und genauso weiter zu machen. So als wäre alles soweit in Ordnung und wir voll dabei.  Es war natürlich nicht so, aber ich hatte irgendwie Glück im Unglück, dass ich schon sehr früh mit einem kritisch hinterfragenden Geist ausgestattet war.

Dieser erlaubte mir später, meine eigene Familie, meine Kinder in einem anderen Licht zu sehen, und vieles davon nicht einfach weiterzugeben, was für mich in meiner Kindheit und Jugend «normal» war.

Es ist also möglich, aus einer solchen Jugend auszusteigen, sein eigenes Leben in die Hand zu nehmen und zumindest bewusster mit sich und seiner Umwelt umzugehen.

Aber, es bewahrte mich nicht davor, meine ungelösten Anteile «Mutter – Kind», diejenigen, die sich gut versteckt hatten, zuerst voll und unbewusst auszuleben. Es dauerte, denn ich bin immer noch ein Kind der «schweigenden» Generation von Frauen und Müttern. Ich war meinem Ziel schon sehr nahe – es bedurfte aber eines Borderline Partners, um endlich das ganze Bild meiner Prägungen zu erfassen.

Es waren die Kriegsmütter und Mütter, deren Kinder, die durch wegschauen immer wieder Leben lebten, die destruktiv waren. Nicht nur für sich selbst, sondern für die nächste Generation und die folgenden.

 Da konnte auch der Feminismus nichts daran ändern, denn es sind die «Töchter» solcher Mütter, die radikalen Feminismus propagieren. Kampf gegen den Mann und die Gesellschaft, Homosexualität und all die Verwirrungen haben einen Ursprung. Wann endlich schauen wir tiefer hin?

Tochter, Sohn einer Kriegsmutter und ihrer Nachkommen: Vergiss nie, egal was in deinem Leben passierte oder gerade stattfindet, es ist dein Kopf der schmerzt, dein Bauch der sich bläht und deine Entscheidung, ob Du die Geschichte wiederholen willst oder deine eigene schreibst.

Sprich darüber, hol dir Hilfe und Unterstützung, weil Du es wert bist, egal was deine Familiengeschichte erzählt und die Leute um dich herum denken.

Von Herzen,

Nika

3/2020

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