Ich bin die Tochter

Ich bin die Tochter einer Borderline Mutter, ex Partnerin eines Borderliners. 

Meine eigenen Erfahrungen mit einer nicht diagnostizierten, durch ihr Verhalten jedoch unverkennbaren Borderline Mutter, nach DSM-5 und Alternativ Modell, sowie einem diagnostizierten Borderliner, lassen mich folgendes verstehen: Die Bedürftigkeit meiner Mutter, ihr zeitweise sehr verwirrendes Verhalten, manchmal humorvoll, sogar liebevoll, und dann wieder zerstörerisch dunkel, zog meine Väter an. Sie wollten sie "beschützen" waren von ihrer "Liebe" und vom Sex mit ihr fasziniert. Das anfängliche Dreiecksverhältnis meiner Ursprungsfamilie bot für mich die Grundlage zur Co Abhängigkeit. Ich nahm meine Väter als Vorlage, denn ich liebte meine Mutter - trotzdem.  Dasselbe Muster erkenne ich nun in meiner vergangenen Partnerschaft mit einem Borderliner. Siehe Partnerschaft Co-Abhängig und Borderliner.  Wenn ich meine Prägungen und die daraus resultierenden Schutzstrategien aus meiner Kindheit nicht erkenne, anerkenne und mit ihnen Frieden schliessen kann, werde ich immer wieder einen Partner, mit zumindest einigen dieser Grundprägungen meiner Kindheit, anziehen.

Nachdem ich mich wiederholt in einer toxischen Beziehung wiederfand, verstand ich mich und die Partner nicht mehr. Mir fehlte der eine Schlüssel, wie man so schön sagt. Meine Mutter eine Borderlinerin, meine Väter Co Abhängig. Alle vom Leben und durch ihre eigene Geschichte und Jugend geprägt. 

Erst heute verstehe ich, dass der Schwerpunkt meiner eigenen Prägung, meine Grundeinstellung, massgeblich von meinen Vätern, und ihrem Verhalten, beeinflusst wurde. Ich suchte überwiegend nach Ähnlichkeiten mit meiner Mutter und dies schon seit frühester Jugend. Ich beachtete den Einfluss, der das Verhalten meiner Väter gegenüber meiner Mutter, und somit auf mich hatte,  nicht. Sie (meine Väter) prägten mein inneres massgeblicher als wahrgenommen. Ich bin die Tochter einer Borderline Mutter und kopierte die Strategien ihrer Partner, Co Abhängigkeit.

Genau wie meine Väter, wollte und konnte ich meine Mutter nicht verlieren ohne alles zu geben. Dieses Verhalten zeigte sich ausgeprägt in meinen toxischen Partnerschaften vor allem intensiv und unverständlich für mich, in der letzten mit einem Borderline Partner.  Die Geschichte wiederholte sich, indem ich Partner anzog, die die versteckten Anteile meiner Väter in mir triggerten, ausgelöst von meiner Borderline Mutter.  Ich wurde sehr früh in die Verantwortung genommen  und wuchs in  die "ermöglicher Rolle", weil weder meine Mutter noch meine Väter die Verantwortung für ihr Tun oder die Aktionen im Aussen wahrnahmen. Für meine jüngeren Geschwister war klar: Wenn Du nicht mehr weiter weisst, egal bei was, frag Moni. So lief das und ich weiss, dass ich keine Ausnahme bin, denn die Vermutung liegt nahe, dass es sehr viel mehr, tendenziell Co Abhängige Menschen gibt. Sie machen auch "kranke" Beziehungen möglich, solange sie nicht verstehen, was wirklich passiert.  Meine eigene  "Bedürftigkeit", die Angst verlassen zu werden, trieb mich, an  einem Partner festzuhalten, der ebenfalls nur seine alten Muster bedient haben wollte. Ein Match, könnte man meinen, oder sogar "Seelenpartner?". Nein, zwei bedürftige innere Kinder, die es einfach nicht  besser wussten. 

Ich beobachte rückwirkend, dass ich das Schwergewicht (und dominante Grundmuster) auf Co Abhängigkeit gelegt hatte.  Meine Nebenmuster sind diejenigen einer Borderline Mutter und Frau. Ein Copy und Paste aus diesen drei Haupteinflüssen meiner frühesten Jugend und noch vielen anderen, die folgen sollten. Die ganzen Zusammenhänge zu erkennen war das grösste Geschenk für mich, in all den Jahren der Suche nach mir selbst.

Bis ich das «BEZIEHUNGS Muster» der signifikanten Menschen in meinem Leben endlich auch mit in die Rechnung nahm. Diese Erkenntnis erklärt einiges, zum Beispiel, warum meine eigenen Beziehungsmuster so ablaufen mussten, wie sie es taten.

Ohne hinzuschauen und zu verstehen, leben wir nach den Vorlagen die wir haben, und wiederholen die Geschichten unserer Vorfahren. Nicht weil es in den Genen liegt, sondern weil wir 90% unserer Prägungen durch unsere direkten Bezugspersonen in unserer Kindheit erhalten.  Wir sind hier um zu lernen und vor allem um zu erkennen, was wir mitgenommen haben und wer wir wirklich sind. Oft ein absolutes Verwirrspiel. Um so schöner empfinde ich die Tatsache, dass es auch hier Möglichkeiten zur Veränderung gibt, sobald wir erkennen, wo wir stehen. Frieden schliessen mit uns und der Geschichte bedeutet loslassen und Raum für ein neues ICH zu schaffen. Lebensqualität ist auch hier mein Schlagwort J

Mein ganz persönliches Ziel ist es, Frieden zu schliessen mit mir, meinem Inneren, meiner inneren Frau und dem inneren Kind. Aber auch Frieden mit den toxischen Beziehungen und Partnern. Es gibt einen  Aspekt in mir, der in Resonanz ging, weiss und wusste immer genau, wie es sich anfühlt – auf der anderen Seite, hinter den Wänden meines jeweiligen Partners. Aber,  ich konnte nicht anders handeln als ich es tat. Wir waren gefangene unseren Prägungen, Ansichten und verletzten Emotionen. 

Auf dieser Webseite teile ich mit dir, was ich gelernt habe, wie mein Anfang war. Es ist mein Anliegen, aufzuzeigen, dass wir nicht gefangene unserer Vorfahren sein müssen. Dass wir die Möglichkeit haben, auszusteigen aus den alten Geschichten und unseren eigenen Weg zu finden. Oft und vor allem in der westlichen Gesellschaft, haben wir nicht die Chance, die verschiedenen Lebensabschnitte bewusst anzutreten. Das *erwachsen werden" spielt sich häufig nur in Äußerlichkeiten und dem vergehen der Jahre ab. Was auf der Strecke bleibt, sind unsere inneren KINDER, die emotional Verletzten und oft gut versteckten Aspekte in uns, die darauf warten, gesehen, gehört, verstanden und losgelassen zu werden. 

Ich erhebe keinen Anspruch auf psychologisch perfekte Definitionen, denn auch diese sind schlussendlich nur dazu da, dass eine Gruppe Menschen über das selbe Thema dieselben Worte benutzt um einen Zustand zu definieren. Ich nutze hier die Terminologien zum besseren Verständnis. Jeder Mensch und jede Beziehung ist individuell, es gibt keinen typischen "Co Abhängigen oder Borderliner", aber wir können Tendenzen erkennen. Schwergewichte herausfiltern, die durch Prägung unser Verhalten beeinflussen. Die Kinder in uns wollen gehört werden, gib ihnen einen Namen und sie beginnen sich zu zeigen. 

In diesem Sinne, alles Liebe, Kraft zur Veränderung und Mut, deinen eigenen Weg zu finden und zu gehen, das wünsche ich dir von Herzen.

Nika M Fischer

Mehr über meine Geschichte erfährst Du HIER

 

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